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Allgemeine Fachbegriffe

Begriff Definition
Abfindungsguthaben Der Anspruch eines Gesellschafters, den dieser gegen die anderen Gesellschafter hat, wenn er aus der Fondsgesellschaft ausscheidet. Das Abfindungsguthaben ist ein Geldanspruch und der Ausgleich dafür, dass der Gesellschaftsanteil der ausscheidenden Person auf einen Dritten oder die verbleibenden Gesellschafter übergeht.
Abschlussprüfer Unabhängige Person (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) oder Gesellschaft (Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft), die den Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang) von Unternehmen prüft.
Abschreibung Wertverlust eines Wirtschaftsgutes, wie es nach (steuer-)gesetzlichen Vorschriften berechnet werden darf. Abschreibungen mindern das zu versteuerndes Einkommen und senken dadurch die Steuerlast, ohne dass damit Ausgaben verbunden sind.
Absetzung für Abnutzung (AfA) Absetzung für Abnutzung ist ein steuerlicher Begriff der im Wesentlichen der Abschreibung entspricht.
Abtretung Auch Zession; vertraglich vereinbarte Übertragung (Abtretung) einer Forderung vom bisherigen Gläubiger (Zedent) auf einen neuen Gläubiger (Zessionar) (§§ 398 ff. BGB).
AfA-Tabelle Ein Tabellenwerk, das die gewöhnliche Nutzungsdauer aller Wirtschaftsgüter enthält. Die Tabelle ist grundsätzlich für die Höhe der Abschreibung von Gütern in der Steuerbilanz maßgeblich.
Agio (Aufgeld) Preisaufschlag auf den Nennwert der Beteiligung, der nicht bei der Ergebnisverteilung berücksichtigt wird.
Aktivierungsverbot Im Handelsgesetzbuch und Einkommensteuerrecht verankertes Bilanzierungsverbot für Aufwendungen für die Gründung von Unternehmen, da diese in der Regel als Betriebsausgaben sofort zum Abzug gebracht werden müssen.
Andienungsrecht Das Recht eines Dritten, eine definierte Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu erwerben.
Ankaufsrecht Das Recht des Mieters oder Leasingnehmers, das zur Nutzung überlassene Objekt zu einem festgelegten Zeitpunkt und bestimmten Preis vom Eigentümer zu erwerben.
Annuitätendarlehen Im Bereich der Finanzierung spricht man von einem Annuitätendarlehen dann, wenn der Darlehensnehmer über die Laufzeit des Darlehens regelmäßig einen konstanten Beitrag aus der Summe von Zins- und Tilgungsleistungen entrichtet. Die Annuität enthält einen Zins- und einen Tilgungsanteil, wobei der Zinsanteil im Laufe der Zeit in dem Umfang abnimmt, in dem der Tilgungsanteil zunimmt.
Anrechnungsverfahren Die Anrechnung von Steuern zur Vermeidung von überhöhter Besteuerung und Doppelbesteuerung.
Anrechnungszeitraum Zeitspanne, in der Leistungen erfasst werden, die zum Ende des Zeitraums als Grundlage für eine Belastung oder Auszahlung herangezogen werden.
Ausschüttung Gewinne, die eine Gesellschaft an ihre Anteilseigner im Verhältnis ihrer Beteiligung am Gesamtvermögen aller Anleger ausschüttet.
Barwert Ist der auf den Beginn des Planungszeitraums bezogene Wert einer Zahlung, der durch Abzinsung ermittelt wird.
Beirat Ein aus mehreren Personen bestehende Gruppe, die die Arbeit der Geschäftsführung bsp. einer Fondsgesellschaft überwacht und kontrolliert. Die Rechte und die Anzahl der Mitglieder eines Beirats ergeben sich aus dem jeweiligen Gesellschaftervertrag.
Beitrittserklärung Bei Annahme der Beitrittserklärung wird ein Vertrag über die Beteiligung (beispielsweise an einer geschlossenen Fondsgesellschaft) abgeschlossen.
Beteiligung Gesellschaftlicher Anteil am Kapital einer Unternehmung. Mit einer Beteiligung entstehen Rechte und Pflichten für den Beitretenden, die im Gesellschaftsvertrag detailliert aufgeführt werden.
Beteiligungskapital Der Betrag, der bei einer Beteiligung an einem Unternehmen das Eigenkapital darstellt und von Dritten gezeichnet werden kann.
Betriebsphase Der Zeitraum bei einer Fondsgesellschaft, in der mit dem Fondsobjekt Einnahmen für den Fonds erzielt werden, in der Regel von der Fertigstellung bis zum Zeitpunkt der Veräußerung.
Betriebsstättenfinanzamt Ist das zuständige Finanzamt am Sitz des Unternehmens, welches die Veranlagung durchführt.
Blind Pool Eine Beteiligung an einem Unternehmen, bei dem das Anlageobjekt und die Investitionssumme zum Investitionszeitpunkt noch nicht festgelegt sind.
Break-even Punkt Das ist der Zeitpunkt bzw. die Mengenzahl, bei dem/der die Gesellschaft alle Kosten abdeckt und erstmals einen Gewinn erzielt.
Direktkommanditist Ein Fondsinvestor, der ohne Abschluss eines Treuhandvertrages der Fondsgesellschaft beitritt und namentlich als (Mit-)eigentümer der Fondsgesellschaft im Handelsregister eingetragen wird.
Eigenkapital Das Kapital, das dem Unternehmen von seinen Eigentümern im Gegensatz zum Fremdkapital ohne zeitliche Begrenzung und ohne feste Verzinsung zur Verfügung gestellt wird.
Einlage Einlage wird der Betrag eines Gesellschafters genannt, den er als Beteiligung an einem Unternehmen leistet.
Emissionsprospekt Die schriftliche und grafische Darstellung der Beteiligung an einer Fondsgesellschaft. Sie ist die rechtliche Grundlage für den Abschluss einer Beitrittserklärung und enthält das Vertragswerk (Gesellschaftsvertrag, Treuhandvertrag etc.).
Fertigstellungsgarantie Die Garantie, das ein zu realisierendes Objekt zu einem bereits festgelegten Termin fertiggestellt ist und an den Eigentümer zur Nutzung übergeben wird. Zusätzliche Kosten, die dem Eigentümer durch zeitliche Verzögerungen bei der Fertigstellung entstehen werden je nach Garantievereinbarung von dieser abgedeckt.
Festdarlehen Aufgenommene Fremdmittel, bei denen während der Zinsfestschreibung die Zinszahlungen zu entrichten sind. Tilgungen auf das Fremdkapitel erfolgen in diesem Zeitraum nicht.
Festpreisgarantie Die Garantie, das ein zu realisierendes Objekt zu einem bereits feststehenden Preis vom Eigentümer übernommen wird. Mehrkosten hat der Eigentümer je nach Garantievereinbarung nicht zu tragen.
Finanzierungskosten Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital stehen. Hierzu zählen bsp. Bearbeitungsgebühren, Schätzkosten, Bereitstellungszinsen etc.
Finanzierungszusage Die Zusage eines Kreditinstituts oder eines Dritten, das nachgefragte Fremdkapital zu einem bestimmten Zeitpunkt in vereinbarter Höhe bereitzustellen. Die Höhe des Darlehenszinssatzes muss noch nicht festgeschrieben sein.
Fondsgesellschaft Die Fondsgesellschaft ist eine speziell für ein (oder mehrere) benannte Fondsobjekte gegründete Gesellschaft. Häufige Rechtsformen sind BGB-Gesellschaft, KG oder GmbH & Co.KG.
Fondsmanagement Dem Fondsmanagement kommt besonders in der Betriebsphase eines geschlossenen Fonds große Bedeutung zu. Die Aufgabengebiete sind: Betreuung der Anleger, Interessenvertretung der Fondsgesellschaft, Immobilienmanagement und buchhalterische und steuerliche Betreuung.
Fremdkapital Durch das Fremdkapital stehen dem Unternehmen Kapitalmittel in Form von Fremdfinanzierung zur Verfügung, deren Überlassung im Gegensatz zum Eigenkapital zeitlich begrenzt.
Fremdkapitalquote Eine in Prozent ausgedrückte Größe, die den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens wiedergibt.
Fungibilität (Vertretbarkeit) Austauschbarkeit von Sachen, die nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt werden können, bsp. Anleihen oder Aktien.
Garantie Gesetzlich nicht geregelter selbständiger Vertrag, durch den jemand einem anderen verspricht, für das Eintreten oder Nichteintreten eines Erfolges einzustehen, insb. die Gefahr, die dem anderen aus irgendeiner Unternehmung erwächst, also einen noch nicht entstandenen Schaden zu übernehmen.
Gesamthandsgemeinschaft Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) kennt als Vermögensgemeinschaften die juristische Person, die Gemeinschaft nach Bruchteilen und die Gemeinschaft zur gesamten Hand. Das Wesen der Gesamthandsgemeinschaft besteht darin, das Rechte und Verbindlichkeiten den Gesamthändern in diesen Eigenschaften jeweils in vollem Umfang zustehen.
Geschäftsbesorgungsvertrag Auf einen Dienst- oder Werkvertrag, der eine Geschäftsbesorgung zum Inhalt hat, finden die Vorschriften des BGB über den Auftrag mit Ausnahme der jederzeitigen Kündigungsmöglichkeit entsprechende Anwendung (z.B. Rechtsanwaltsvertrag, Baubetreuungsvertrag etc.).
Geschlossener Fonds Kapitalsammelstelle für Einzahlungen von Kapitalanlagern, die diese auf Veranlassung eines Initiators für eine Investition in feststehender Höhe aufbringen. Ist der erforderliche Betrag aufgebracht, wird der Fonds geschlossen, d.h., der Kreis der Anleger ist begrenzt.
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR; BGB-Gesellschaft) Die GbR ist eine auf dem Gesellschaftsvertrag beruhende Vereinigung von mindestens zwei Personen zur Förderung ihres gemeinsam verfolgenden Gesellschaftszwecks. Die GbR ist eine Personengesellschaft und die Gesellschafter haften für die Verbindlichkeiten grundsätzlich gesamtschuldnerisch, Haftungsbegrenzungen können vereinbart werden. Grundsätzlich sind alle Gesellschafter gemeinsam zur Geschäftsführung bestellt, allerdings wird in der Regel die Geschäftsführung von den Gesellschaftern auf einen aus dem Gesellschafterkreis übertragen.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Die Gesellschafter haften für die Verbindlichkeiten der GmbH nicht persönlich, sondern die GmbH haftet als juristische Person allein mit ihrem Vermögen.
Gesellschafterversammlung Alle Gesellschafter eines Unternehmens werden zu einer Gesellschafterversammlung eingeladen, wobei sie zum Teil auf Grund eines Treuhandvertrages von den Treuhändern vertreten werden. In der Versammlung werden Entscheidungen getroffen. Die Mitbestimmung der Gesellschafterversammlung an der Unternehmensführung, die Beschlussfähigkeit und die Häufigkeit von Gesellschafterversammlungen ergibt sich aus dem Gesellschaftsvertrag.
Gesellschaftsvertrag Vertrag zwischen der Gesellschaft und den Eigenkapitalgebern (Anteilseigner), der alle Modalitäten der Parteien untereinander regelt.
Gewinnerzielungsabsicht Das wirtschaftliche Interesse einer Person oder Gesellschaft eine Tätigkeit mit der Vorgabe der Gewinnerzielung auszuüben.
Glaubhaftmachung Ist eine Beweisführung, die dem Gericht oder der Behörde einen geringeren Grad von Wahrscheinlichkeit vermitteln soll als der volle Beweis.
Haftkapital Der Betrag, mit dem Gesellschafter (Kapitalgesellschaft) und Kommanditisten (Kommanditgesellschaft) für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft maximal haften. Bei vollständig eingezahltem Haftkapital steht den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen zur Befriedigung ihrer Forderungen zur Verfügung. Der Umfang des Haftkapitals muss im Handelsregister eingetragen sein.
Haftung Haftung ist vielfach das Einstehenmüssen für eine aus einem Vertrags- oder Schuldverhältnis herrührende Schuld.
Haftungsbegrenzung In der Regel eine Beschränkung der Haftung des Anlegers auf einen prozentualen Teil seiner Beteiligung.
Hamburger Modell Wenn bei einer Fondsgesellschaft, die ein Mehrfamilienhaus erwirbt, die Höhe der einzelnen Beteiligung dem Preis einer abgeschlossenen Wohnung entspricht, dann spricht man vom Hamburger Modell.
Höchstpreisgarantie Eine Garantie, die für die Realisierung eines Vorhabens eine Preisobergrenze garantiert. Kosteneinsparungen erhält je nach Garantievereinbarung der Eigentümer.
Initiator Eine Person oder Gesellschaft, die einen geschlossenen Fonds bsp. einen Schiffsfonds auflegt und am Kapitalmarkt anbietet.
Initiatorenvergütung Ein Entgelt, das der Initiator für seine Tätigkeit von der Fondsgesellschaft erhält. Die Tätigkeiten werden in gesonderten Verträgen zwischen der Fondsgesellschaft und dem Initiator vereinbart.
Interner Zinsfuß Ist derjenige Zinssatz, bei dem die Summe von Aus- und Einzahlungen einer Investition den Wert Null ergibt. Die Aus- und Einzahlungen werden auf einen Zeitpunkt bezogen. Bei der Barwertmethode werden alle Zahlungsvorgänge auf den Zeitpunkt Null, d.h. den Beginn der Investition bezogen.
Investitionsphase Das ist der Zeitraum, bevor das Fondsobjekt fertiggestellt ist und Einnahmen für den Fonds erzielt werden. Die Investitionsphase umfasst in der Regel die Einwerbung des Beteiligungskapitals und den Fertigstellungszeitraum des zu realisierenden Fondsobjekts.
Investitionsplan Aufstellung über die Gesamtausgaben einer Fondsgesellschaft.
Investitionsvolumen Die Höhe, der für die Realisierung eines Vorhabens (Schiff-, Immobilienerwerb etc.) benötigten Geldmittel einschließlich aller Nebenkosten.
Kapitalanlagesellschaft Deutsche Investmentgesellschaft, die ausschließlich in der Rechtsform der AG oder GmbH, die bei ihr eingelegten Gelder im eigenen Namen für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger nach dem Grundsatz der Risikomischung in Wertpapieren oder Grundstücken anlegt.
Kapitaldienst Unter dem Begriff Kapitaldienst wird die Summe der gesamten Zins- und Tilgungsleistungen von aufgenommenem Fremdkapital zusammengefasst.
Kapitalerhöhung Sämtliche Finanzierungsmaßnahmen zur Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens.
Kapitalkonto Für jeden Gesellschafter einer geschlossenen Fondsgesellschaft wird ein Konto geführt. Dieses Kapitalkonto setzt sich aus dem Kapitalkonto in der Steuerbilanz der Gesellschaft und dem Mehr- oder Minderkapital in einer negativen oder positiven Ergänzungsbilanz zusammen.
Kommanditgesellschaft (KG) Personengesellschaft, die zwei Typen von Gesellschaftern kennt: die vollhaftenden Komplementäre und die (nur mit ihrer Kapitaleinlage haftenden) Kommanditisten.
Kommanditist Der Kommanditist ist, im Gegensatz zum Komplementär, der beschränkt haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft. Seine Haftung ist grundsätzlich auf seine geleistete Einlage beschränkt. Je nach Inhalt des Gesellschaftsvertrags kann auch eine Nachschusspflicht für die Anleger bestehen.
Komplementär Als Komplementär wird der vollhaftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft bezeichnet. Seine Haftung ist nicht auf die geleistete Einlage begrenzt, sondern umfasst sein gesamtes Vermögen.
Konzeption Übersetzt aus dem Lateinischen: schöpferischer Einfall, Entwurf, Plan (eines Werkes). Im Bereich der geschlossenen Fonds entspricht dies der Erstellung eines Beteiligungsangebotes, die den Interessenten mittels eines Prospektes dargestellt wird.
Kostengarantie Eine Verpflichtung, die die Einhaltung bestimmter Kostensätze garantiert.
Leasing Bestimmte Miet- und Pachtverhältnisse, die meist über industrielle Investitionsgüter abgeschlossen werden. Grundsätzlich eine Sonderform des Mietvertrages, bei der der Leasing-Geber zivilrechtlicher Eigentümer des vermieteten Objekts bleibt.
Leistungsbilanz Laut Definition ist die Leistungsbilanz eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz des Bundes. Im Bereich der geschlossenen Fonds wird unter dem Begriff Leistungsbilanz die Gegenüberstellung von prospektierten und tatsächlichen jährlichen Fondsergebnissen ausgedrückt.
Liebhaberei Liebhaberei bedeutet steuerlich, dass die wirtschaftlichen Ergebnisse einer Tätigkeit unter keine der sieben Einkunftsarten fallen und die Verluste nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden dürfen. Liebhaberei liegt vor, wenn die Tätigkeit nicht aus wirtschaftlichem sondern aus persönlichen Gründen, d.h. ohne Gewinnerzielungsabsicht, betrieben wird.
Liquidation Auflösung der Fondsgesellschaft durch Veräußerung des gesamten Fondsvermögens.
Liquiditätsreserve Finanzielle Barmittel in der Planrechnung einer Fondsgesellschaft, die als Sicherungsposition für z.B. unvorhergesehene Kosten dient.
Mindestbeteiligung Der Mindestbetrag, den ein Investor für die Beteiligung an einer Gesellschaft zu erbringen hat.
Mittelverwendung In der Mittelverwendung erfolgt eine detaillierte Aufstellung über den Einsatz des Eigen- und Fremdkapitals der Fondsgesellschaft.
Mittelverwendungskontrolle Eine Überwachung einer unabhängigen Person oder Gesellschaft über die Auszahlung des Eigen- und Fremdkapitals gemäß der Mittelverwendungsaufstellung.
Mitunternehmereigenschaft Beteiligung am wirtschaftlichen Risiko eines Unternehmens mit der Möglichkeit der Einflussnahme (Mitunternehmerinitiative).
Nachschusspflicht Teilweise im Gesellschaftsvertrag verankerte Klausel, die den Anleger dazu verpflichtet, auf Anforderung der Gesellschaft eine zusätzliche, über die ursprüngliche Einlage hinausgehende Einzahlung zu leisten.
partiarisches Darlehen (Beteiligungsdarlehen) Überlassung eines bestimmten Kapitals für die zeitweilige Nutzung, wobei der Darlehensnehmer nicht zur Zahlung eines fixen, vorher festgelegten Zinses verpflichtet ist, sondern dem Darlehensgeber auch einen näher bestimmten Gewinnanteil gewährt. Die Verzinsung besteht somit aus einer festen und einer gewinnabhängigen Komponente, so dass dem Darlehensgeber in der Regel eine Mindestverzinsung im Falle von Verlusten verbleibt.
Platzierungsgarantie Eine Garantie, die die Einzahlung des gesamten Eigenkapitals einer Fondsgesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt sicherstellt. Die Werthaltigkeit der Garantie hängt vom Standing/Bonität des Garanten ab.
Platzierungskosten Ausgaben, die mit der Einwerbung von Fondseigenkapital verbunden sind. In der Regel ist das der Betrag, den ein Platzierungsgarant verlangt, wenn dieser die Bereitstellung noch offener Eigenkapitalanteile zu einem bestimmten Zeitpunkt garantiert.
Private Placement Beteiligung an einer Gesellschaft, die lediglich für Einzelanleger oder wenige private Investoren vorgehen ist (Gegenteil: Publikumsfonds).
Prognoserechnung Es ist eine langfristige Planrechnung, welche die zukünftige Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Fondsgesellschaft projiziert und somit einen möglichen Ergebnisverlauf hinsichtlich Liquiditätsentwicklung, Ausschüttungen und steuerlicher Ergebnisses aufzeigt.
Prospekthaftung Für Schäden aus unrichtigen oder unvollständigen Angaben haften als Gesamtschuldner sowohl die, die den Prospekt erlassen haben, als auch jene, von denen der Erlass des Prospektes ausgeht, falls sie die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit des Prospektes kannten oder hätten kennen müssen.
Prospektherausgeber Person oder Gesellschaft, die für die Erstellung eines Beteiligungsprospektes verantwortlich sind.
Prospektprüfungsbericht Unabhängige Person oder Gesellschaft, die die Richtigkeit der Prospektangaben z.B. hinsichtlich der genannten Verträge, beteiligten Personen etc. bestätigt. Bislang noch keine Aussage über die wirtschaftlichen Angaben im Prospekt.
Publikumsfonds Beteiligung an einer Gesellschaft, die Investoren jedem Interessenten anbieten (Gegenteil: Private Placement).
Quotale Haftungsbegrenzung Bei der quotalen Haftungsbegrenzung wird im Gesellschaftsvertrag vereinbart, dass jeder Gesellschafter für die Verbindlichkeiten außerhalb des Gesellschaftsvermögens zwar mit seinem gesamten Vermögen, jedoch anteilig entsprechend seiner Beteiligungsquote an der Gesellschaft, haftet. Die Form der Haftungsbegrenzung findet sich bei Gesellschaften bürgerlichen Rechts.
Ratendarlehen Eine Form von Fremdkapital, bei der zu Beginn die Vertragslaufzeit und die Höhe der Zinszahlungen festgelegt werden. Die Rückzahlung des Fremdkapitals einschließlich der Zinsen werden konstant auf bsp. monatliche Raten während der Vertragslaufzeit verteilt.
Rückabwicklung Eine Rückabwicklung bezeichnet die Auflösung einer Fondsgesellschaft und Erstattung der von den Anlegern gezahlten Einlagen, bevor die Gesellschaft ihre eigentliche Geschäftstätigkeit aufgenommen hat.
Rücklage Eigenkapitalanteile, die in die Bilanz eingestellt werden. Es gibt verschiedene Arten von Rücklagen (Kapital-, Gewinnrücklage, gesetzliche Rücklagen etc.).
Rückstellung Der Betrag, den eine Gesellschaft als vorweggenommene Aufwendung in die Bilanz einstellt. Die Aufwendung wird oder wurde in der abzurechnenden Periode (Geschäftsjahr) verursacht, führt jedoch in dieser Periode noch nicht zur Auszahlung.
Sonderabschreibung Die steuerrechtliche Möglichkeit einen Gegenstand in größerem Umfang als der normalen jährlichen Abschreibung zum Jahresabschluss im Wert zu mindern.
Sondertilgung Eine Sondertilgung erfolgt dann, wenn über die vereinbarte Tilgungsrate hinaus Fremdkapital zurückgezahlt wird.
Steuerliches Gutachten Ein Gutachten einer unabhängigen Person (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) oder Gesellschaft (Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) über die Richtigkeit der steuerlichen Angaben in einem Emissionsprospekt.
Stille Gesellschaft - atypisch Im Gegensatz zur typisch stillen Gesellschaft wird der atypisch stille Teilhaber so gestellt, dass dieser bei der Auflösung der Gesellschaft und der Auseinandersetzung einen schuldrechtlichen Anspruch erhält, als ob das Gesellschaftsvermögen den Gesellschaftern gemeinsam gehöre.
Stille Gesellschaft - typisch Die Beteiligung am Handelsgewerbe eines anderen mit einer Vermögenseinlage, ohne dass der Teilhaber (stiller Teilhaber) nach außen in Erscheinung tritt. Die Einlage geht in das Vermögen des Geschäftsinhabers über, der allein nach außen hin auftritt und den Gläubigern gegenüber allein haftet. Der (stille) Teilhaber ist am Gewinn und Verlust des Unternehmens beteiligt. Die Beteiligung am Verlust kann ausgeschlossen werden.
Thesaurierung Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern für andere Zwecke als Rücklage in der Bilanz der Gesellschaft angesammelt.
Treuhänder (Treunehmer) Person oder Gesellschaft, die im Außenverhältnis die volle Rechtsstellung eines Eigentümers wahrnimmt, im Innenverhältnis (zum sogenannten Treugeber) jedoch mehr oder weniger Beschränkungen unterworfen ist. Der Treuhänder verwaltet treuhänderisch auf Grund vertraglicher Bestimmungen (zwischen Treugeber und Treuhänder) das Vermögen des Treugebers.
Treuhandgesellschaft Ein Unternehmen, das die Anteile für die Investoren einer Gesellschaft in deren Interesse verwaltet.
Treuhandkommanditist Ist in der Regel eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die mit einer Einlage an der Fondsgesellschaft beteiligt ist.
Treuhandvertrag Ein Vertrag, den ein Investor mit der Treuhandgesellschaft über die treuhänderische Verwaltung seiner Beteiligungsanteile abschließt.
Veräußerungsgewinn Als Veräußerungsgewinn werden im Steuerrecht Gewinne angesehen, die z.B. beim Verkauf ganzer Betriebe oder Teilbetrieben entstehen. Der Veräußerungsgewinn ist der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten den Wert des Gesellschaftsvermögens übersteigt.
Verlustausgleich Kompensation von Verlusten mit Gewinnen und Überschüssen. Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlagen von Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer sind Verluste mit positiven Einkünften aus demselben Jahr auszugleichen. Unterschieden wird in horizontalen (Ausgleich innerhalb einer Einkunftsart) und in vertikalen Verlustausgleich (Ausgleich mit anderen Einkunftsarten).
Verlustrücktrag Die steuerrechtliche Möglichkeit Verluste eines Geschäftsjahres auf das/die vergangene(n) Jahr(e) zurückzurechnen.
Verlustvortrag Die steuerrechtliche Möglichkeit Verluste eines Geschäftsjahres auf das/die folgende(n) Jahr(e) zu verteilen.
Verlustzuweisung Auf Grund hoher Abschreibungen in den ersten Jahren der Betriebsphase einer Fondsgesellschaft entstehen Verluste, die auf die Anleger bezogen auf ihre quotale Beteiligung an der Gesellschaft als Verlustzuweisungen verteilt werden.
"weiche" Kosten Kein feststehender Begriff, unter dem umgangssprachlich in den Investitionsplänen von Emissionsprospekten die Aufwendungen zu verstehen sind, die nicht mit dem Erwerb des Fondsobjekts in direktem Zusammenhang stehen (z.B. Vergütung für die Abgabe einer Platzierungsgarantie).
Werbungskosten Durch Betriebseinnahmen veranlasste Aufwendungen wie z.B. Schuldzinsen, Bewirtungskosten, Fahrtkosten etc.
Wertgutachten Ein unabhängiges Gutachten, das den Wert z.B. eines Schiffes oder einer Immobilie unter Berücksichtigung verschiedener Vorgaben und Prämissen ermittelt.
Widerrufsrecht Das Recht, von einem geschlossenen Vertrag zurückzutreten. Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit von einem Vertragsabschluss innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückzutreten.
Zeichnungsschein Bei Annahme des Zeichnungsscheins wird ein Vertrag über die Beteiligung (beispielsweise an einer geschlossenen Fondsgesellschaft) abgeschlossen.
Zwischenfinanzierung Der Zeitraum, in dem eine Gesellschaft benötigte Geldmittel mit Fremdkapital zwischenfinanziert bis z.B. eine vereinbarte Hypothek von einem Kreditinstitut ausgezahlt bzw. Eigenkapital von den Investoren eingezahlt wird.