|
|
Private Equity bezeichnet Investitionen in spätere Phasen der Unternehmensentwicklung, z.B. zur Finanzierung einer Expansions- und Wachstumsstrategie. Nicht selten dient Private Equity auch dazu, dem Management den Kauf des Unternehmens zu ermöglichen (Management Buy Out, kurz MBO) oder die Übernahme durch ein fremdes Management sicherzustellen (Management Buy In, kurz MBI). Einige Beispiele (Bundesdruckerei, Fielmann, Kamps und Nordsee) verdeutlichen, dass Private Equity in der Regel etablierteren Unternehmen mit Markterfahrung und -erfolg zur Verfügung gestellt wird. Damit ist das grundsätzlich bestehende unternehmerische Risiko einer Private Equity Investition eher geringer als das einer Venture Capital Investition. PRIVATE EQUITY – SICHERHEIT BESSER ALS DER RUFFür Anleger spielt die Sicherheit einer Kapitalanlage neben der Rendite mit die wichtigste Rolle bei der Anlageentscheidung. Gerade Private Equity erscheint aber vielen potentiellen Anlegern zu risikoreich und wird daher abgelehnt. In diesem Zusammenhang erschien kürzlich unter dem Titel „The Risk Profiles of Private Equity“ eine höchst interessante Studie von Dr. Tom Weidig und Pierre-Yves Mathonet. Untersucht wurden die Chancen-Risiko-Relationen von Venture Capital und Buyout-Investitionen. Während das Risiko des Totalverlustes bei einer Direktinvestition mit ca. 30 % Wahrscheinlichkeit noch recht hoch ist, wird durch die Investition über einen einzelnen Fonds das Risiko, Geld zu verlieren, bereits wesentlich reduziert; es liegt aber im Buyout-Sektor noch immer bei ca. 15 %. Das interessanteste Ergebnis brachte jedoch die Untersuchung von Buyout-Dachfonds. Hier hat es in der Vergangenheit bei 50.000 Dachfonds in keinem Fall einen Verlust ergeben. Vielmehr ist ein Rückfluss in Höhe des zwei- bis dreifachen des investierten Kapitals zu erwarten.
Verschiedene
Analysen, unter anderem auch die eines der größten Investmenthäuser der Welt,
haben ergeben, dass die Beimischung von Private Equity in ein diversifiziertes
Vermögensportfolio zu einer Erhöhung der Gesamtrendite bei
gleichzeitiger Verminderung des Gesamtrisikos führt. Ursache für diese
"Quadratur des Kreises" ist die niedrige Korrelation von Private
Equity zu anderen Anlageklassen wie z. B. Aktien oder Rentenwerten. Die Grafik
zeigt, je weiter die Kurve sich im linken Bereich befindet, desto niedriger ist
das Risiko. Die begrenzte Korrelation der Private Equity Märkte mit den Börsen
(Korrelationskoeffizient zwischen 0.31 und 0.37) führt dazu, dass ein mit
einem Private Equity Anteil ausgestattetes Vermögen eine verbesserte
Risiko-Rendite-Struktur aufweist.
Für
einen Großteil der privaten und institutionellen Anleger ist das Top Quartile
der Private Equity Funds nicht zugänglich. Eine Investition in das Top Quartile
(die besten 25% aller Funds) ist jedoch unerlässlich, denn die Renditen der
schlechtesten und besten Fonds liegen weit auseinander. So haben die besten 25%
aller europäischen Venture Capital und Private Equity Funds in den letzten 5
bzw. 10 Jahren ca. doppelt so hohe Renditen wie der Durchschnitt aller Funds
erzielt. |