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Schiffs-Fachbegriffe

Begriff Definition
Ausflaggung Eine Reederei lässt ein Schiff in das Schiffsregister eines anderen Staates eintragen, um Schiffskosten wie Personalkosten und Steuern zu reduzieren und nicht den deutschen Bemannungsvorschriften unterworfen zu sein.
Ausrüster Charterer in der Bareboat-Charter. Er wird rechtlich als Reeder gesehen und kann das Schiff selbst führen oder es einem Dritten anvertrauen.

Bare Boat Charter

Eine Form des Chartervertrages, bei dem die Chartergesellschaft alle mit dem Schiffsbetrieb verbundenen Schiffsbetriebskosten während des Charterzeitraums übernimmt.

Bereederungsgesellschaft

Ein Unternehmen, das alle Geschäfte (Versicherung, Vercharterung, Stellung des Personals etc.), die mit dem Betrieb eines Schiffes zusammenhängen, für den Eigentümer ausübt.

Bereederungsvertrag

Vertrag einer Reederei mit dem Eigentümer des Schiffs über die Abwicklung aller mit dem Betrieb des Schiffes zusammenhängenden Geschäfte und Aufgaben.

Bruttoraumzahl Maßeinheit nach IMO-Vermessung für den Brutto-Raumgehalt eines Schiffes. Nach dem Schiffsvermessungsabkommen ersetzt sie ab 18.7.1994 die bisherige Maßeinheit Brutto-Registertonne.

Bulkcarrier

Schiff zur Beförderung von Massengütern wie z. B. Getreide, Erz oder Kohle. Bulker besitzen große Laderäume, in die das Massengut hineingeschüttet wird.

Bunkerkosten Treibstoffkosten für ein Schiff.
Chartergesellschaft Ein Unternehmen, dem ein Schiff vom Eigentümer für einen bestimmten Zeitraum gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts zur Nutzung überlassen wird.

Charterrate

Das zwischen dem Eigentümer eines Schiffs und der Chartergesellschaft vereinbarte Entgelt für die zeitliche Überlassung des Schiffes.

Charterrückstellung

Eine Rückstellung, die für drohende, d.h. in ihrer Entstehung wahrscheinliche, jedoch hinsichtlich der Höhe und des Entstehungszeitpunktes ungewisse Verluste, gebildet wird. Diese Form der Rückstellung ist seit 1998 nicht mehr zulässig.

Chartervertrag

Der zwischen der Chartergesellschaft und dem Eigentümer eines Schiffs geschlossene Vertrag, der die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien regelt.

CSC

Die Container Safety Convention (CSC) gibt den Standard vor, welche Sicherheits- und Belastungsansprüche ein Container erfüllen muss. Nur Container, die diesen Anforderungen entsprechen, dürfen für den internationalen Warentransport genutzt werden.

Containerumschlag

Anzahl von Containern, die in einem Hafen ein- und ausgelagert werden.

Deadweight Tonnage (dwt)

Deutsche Abkürzung: tdw. Gemeint ist die Tragfähigkeit eines Schiffes in Tonnen einschließlich Besatzung, Passagiere, Treibstoff und Nahrungsmittel.

Ein-Schiffs-Personengesellschaft

Gesellschaften, die lediglich ein Schiff erwerben und dies Chartergesellschaften zur Nutzung überlassen. Die meisten Schiffsfonds sind Ein-Schiffs-Gesellschaften.

Feeder Service Für den rationellen Containertransport notwendiger Zubringer- und Verteilerdienst mit kleinen Containerschiffen (Feedern), die die von den größeren Schiffen nicht direkt angelaufenen Häfen bedienen.

Festcharter

Ein Vertrag zwischen Schiffseigentümer und Chartergesellschaft, der über einen festgelegten Zeitraum mit vereinbarten Charterraten abgeschlossen wird. Die Schiffsbetriebskosten trägt der Vercharterer.

Forty Feet Equivalent unit (FEU)

Standardisierte Größenbezeichnung von Containern (Vierzig-Fuß-Standard-Container).

Gear

Ladegeschirr eines Schiffes, das eine unabhängige Be- und Entladung von den Hafeneinrichtungen ermöglicht.

Knoten (kn)

Schiffsgeschwindigkeit. Ein Knoten entspricht 1,852 km/h = eine nautische Meile.

Kühlschiff

Spezialfrachtschiff ("Reefer") für den Transport von leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleischprodukte oder Bananen.

Ladefähigkeit Maximales Ladegewicht, das ein Schiff aufnehmen kann. Englisch: Tons Deadweight Cargo Carrying Capacity (tdwcc).
Länge Die Länge eines Schiffes wird über die gesamte Länge ("über alles") oder nur über die kürzere Wasserlinie ("zwischen den Loten") bei den Hauptabmessungen des Schiffes angegeben.
Linienschifffahrt Im Gegensatz zur Trampschifffahrt der Einsatz von Schiffen nach Fahrplan mit festen Anlaufhäfen und Terminen. Die Häfen werden unabhängig vom Ladungsaufkommen bedient.
Main Port Haupthafen: Hafen, der in einem Liniendienst regelmäßig und direkt bedient wird.
Massengüter Bezeichnung für alle losen Schütt- und Flüssiggüter, für die eine Mengenangabe in Stück nicht möglich ist. Zur Trockenladung gehören z. B. Bauxit, Erze und Getreide, zur Tankladung flüssige Chemikalien, Pflanzenöle und Rohöl/Erdöl. Gegenteil: Stückgüter
Massen-Stückgut Bezeichnung für große, aber einheitlich verpackte Mengen an Stück- oder Schüttgütern, z. B.: Feinbleche, Eisendraht, Maschinen, Paletten und Getreide in Säcken. Syn.: massengutartiges Stückgut
Nettoraumzahl Maßeinheit nach IMO-Vermessung. Nach dem Schiffsvermessungsabkommen ersetzt sie die bisherige Maßeinheit Netto-Registertonne.

Off-hire

Das Schiff ist ohne Beschäftigung.

Offenes Schiffsregister Schiffsregister, das auch Schiffe aus anderen Staaten aufnimmt und so das Ausflaggen von Schiffen ermöglicht. Die Nationalität der Eigentümer und die des Schiffes unterscheiden sich. Die größten offenen Schiffsregister unterhalten Liberia, Panama und Singapur.
Panamax-Schiff Schiff, das noch den Panama-Kanal passieren kann. Maximale Abmessungen: 294,13 m Länge; 32,31 m Breite; 12,04 m Tiefgang, ca. 80.000 dwz.

Partenreederei

Nach dem Seerecht eine besondere Gesellschaftsform, bei der das Eigentumsrecht an dem Schiffsbestand in Parten (d.h. festen Anteilen) auf die Mit- oder Partenreeder verteilt ist. In dem Partenbrief wird die Höhe der Kapitalbeteiligung festgehalten, nach dem Kosten- und Erlösanteile des Partenreeders ermittelt werden.

Passagierschiff

Schiff aus der Touristikbranche, vor allem zum Einsatz bei Kreuzfahrten.

Post-Panamax-Schiff Schiff, das die für den Panamakanal höchstzulässigen Abmessungen überschreitet.
Reefer Isolierter Container mit Kühlaggregat.
Reefer Plug Stromanschluss für Reefer-Container im Containerschiff oder am Terminal.

Refundment-Garantie

Die Absicherung z.B. einer Versicherungsgesellschaft, dass bereits erfolgte Kaufpreiszahlungen einer Fondsgesellschaft bei Nichtlieferung der im Kaufvertrag genannten Leistung in vollem Umfang erstattet werden.

RO/RO-LO/LO-Mehrzweckschiffe (Roll on/Roll off-Lift on/Lift off) Schiffe, die in der Regel für den Transport von Projektladung inklusive Schwergutladung eingesetzt werden. Die Ladung kann sowohl über die Heckrampe an Bord gefahren als auch mit Hilfe des Schwerlastgeschirrs an Bord gehoben werden. Dieser Schiffstyp verfügt über große Laderäume und Trailerspuren. Häufig ist ein Zwischendeck variabel einziehbar.

RO/RO-Schiff (Roll on/Roll off)

Schiff, das rollende Ladung über Bug-, Seiten- oder Heckpforten lädt und löscht, wie z. B. Fähren. Diese Schiffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein oder mehrere geschlossene Decks haben, die normalerweise nicht unterteilt sind und im Allgemeinen über die ganze Länge des Schiffes laufen.

Schiffsbetriebskosten

Aufwendungen, die bei dem Betrieb eines Schiffes verursacht werden. Hierzu zählen z.B. Bunker-, Ausrüstungs- und Versicherungskosten sowie Liegegelder und Personalkosten.

Schiffsregister Verzeichnis aller Schiffe unter der Flagge eines Staates. In Deutschland wird es vom jeweils zuständigen Amtsgericht geführt. Das Schiffsregister ist in die drei Abteilungen Identitätsangaben des Schiffes (z. B. Größe), Eigentumsverhältnisse und Rechte Dritter (z. B. Hypotheken) aufgeteilt. Man unterscheidet generell zwischen offenen und geschlossenen Registern. Letztere sind nur Reedern zugänglich, die ihren Hauptsitz in dem jeweiligen Staat haben.
Schüttgut Schüttbare Güter, wie z. B. Getreide, Kohle, Erz, Kies, Sand oder Steine.
Seemeile 1 sm = 1,852 km. Berechnung: Äquatorumfang (40.000 km) = 360 Längengrade, 60 Minuten = 1 sm
Selfsustained Container Vessel Containerschiff, das mit eigenem Geschirr laden und löschen kann.
Single-Decker Schiff mit nur einem Deck (dem Wetterdeck), ohne horizontale Unterteilung des Laderaumes.
Slot Containerstellplatz auf einem Schiff.
Steuerbord Rechte Seite eines Schiffes in Fahrtrichtung. Gegenteil: Backbord.
Stückgut Güter bzw. Packstücke, die stückweise, also einzeln zu verladen sind wie z.B. Kisten, Kartons, Fässer und Paletten. Gegenteil: Massengut

Tanker

Schiff zum Transport von großen Mengen Flüssiggut. Unterschieden wird in Rohöl-, Mineralöl-, Gas- und Produktentanker.

TEU Twenty Foot Equivalent Unit: 20' -ISO- Containereinheit. Statistische Recheneinheit, die im Containerverkehr benutzt wird. „14 t homogen” ist das Stardardmaß, um Gewicht zu messen. Es wird unterstellt, dass jeder Standardcontainer mit 14 Tonnen beladen ist. Beide Angaben zusammen ermöglichen erst eine Einschätzung der Belastbarkeit des Schiffes.

TEU-Preis

Der Preis eines Schiffs auf den einzelnen Containerstellplatz heruntergerechnet.

Tonnagesteuer

Seit dem 1. Januar 1999 haben Schifffahrtsgesellschaften die Möglichkeit, eine pauschalierte Gewinnermittlung in Abhängigkeit von der im internationalen Schiffsverkehr eingesetzten Tonnage vorzunehmen (§ 5a EStG).

Tragfähigkeit Fähigkeit eines Schiffes, ein bestimmtes Gewicht zu tragen. Die Tragfähigkeit wird wie folgt festgestellt: Wasserverdrängung des bis zur höchstzulässigen Lademarke belasteten Schiffes in Tonnen (Gross Deplacement) geteilt durch die Wasserverdrängung des unbelasteten Schiffes in Tonnen (Net Deplacement oder Net Weight Ship). Engl.: Tons Deadweight All Told (tdwat).
Trampschifffahrt Bedarfsfahrt: Sie dient vornehmlich der Beförderung von Massengütern. Die Trampschifffahrt hat keinen festen Fahrplan und nimmt Ladung dort auf, wo sie angeboten wird. Die Frachtraten richten sich nach Angebot und Nachfrage.

Trampreeder

Sind Eigner von Charterschiffen.

Vorbereitende Bereederung

Aufwendungen, die vor der Inbetriebnahme eines Schiffs anfallen (z.B. Überführung des Schiffs von der Werft in den Heimathafen).

Werft

Betrieb zum Bau und zur Reparatur von Schiffen.

Zeitcharter

siehe Festcharter.